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Chronik - 50 Jahre TSG

50 Jahre Turn- und Sportgemeinschaft Neuberg 1963 e. V.

Ein Rückblick auf Entwicklung und Ereignisse in den

zurückliegenden 18263 Tagen.

                                                                                                                                                                                                              

Ein kalter Wintertag war der 26. Januar 1963:

Auf Initiative von Herbert Boßdorf , Rektor der 1961 eingeweihten Mittelpunktschule, und Hans Briel kamen erstmals sportbegeisterte Einwohner aus den damals noch selbstständigen Gemeinden Ravolzhausen und Rüdigheim zu  einem Gespräch zusammen mit dem Ziel, einen Turnverein zu gründen, hatte man doch durch die zur Schule gehörende Turnhalle eine Sportstätte, die auch außerhalb des Unterrichts genutzt werden konnte.

 

Am 5. April fand schließlich die Gründungsversammlung statt. 36 Männer und Frauen trugen ihre Namen in die Mitgliederliste ein und wählten Herbert Boßdorf zum 1. Vorsitzenden.

Die Namensgebung war revolutionär, denn lange vor der Fusion der beiden Ortschaften rief man einen gemeinsamen Verein ins Leben, die „Turn- und Sportgemeinschaft Ravolzhausen – Rüdigheim. Die Frage: „Was willst du bei den Ravolzhäusern bzw. Rüdigheimern“, stellte sich demnach erst gar nicht.

 

Erste Trainingsstunden für junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren erteilte Herbert Boßdorf und sein Lehrerkollege Helmut Voigt.

 

Ab 1964 übernahm Hans Briel  die Vereinsführung. Er widmete sich 12 Jahre lang mit großem Engagement den Belangen der TSG. In dieser Zeit formte er den Verein und sorgte für ein breit gefächertes Sportangebot. Zunächst galt es Übungsleiter zu verpflichten.

 

Christa Gloede, vormals Elsässer, übernahm mit der Aufmunterung „Du kannst das schon“, das Frauenturnen. Hannelore Jakob (Knobloch), Junglehrerin an der Erich-Simdorn-Schule mit Wahlfach Sport, bot einmal wöchentlich ehrenamtlich eine Turnstunde für die in den Verein strebende weibliche Jugend und für junge Frauen an.

 

Im Juli 1965 präsentierte sich die TSG erstmals der Öffentlichkeit. Junge Turnerinnen zeigten Übungen an den Ringen sowie mit dem Ball und dem Seil und machten so auf den jungen Verein aufmerksam.

 

Mit Uta Goebler (Lichthardt) konnte im Juni 1966 eine lizenzierte Übungsleiterin gewonnen werden. Dank ihrer  Erfahrung im Gerätturnen hatte sie bis 1976 maßgeblichen Anteil an der rasanten Entwicklung im Bereich der Kinder- und Jugendsportgruppen. Wegen des großen Teilnehmerinteresses holte sie 1967 Renate Gimbel zur Mithilfe ins Boot. Dies erwies sich als Glücksfall, denn Renate blieb bis 2011 im Übungsleiterteam. Eine Leistungsgruppe für talentierte Kinder entstand. Es wurde fleißig trainiert und daher bei diversen Wettkämpfen so manches Siegerkränzchen erworben.

 

Doch auch der Breitensport kam nicht zu kurz. Auf regelmäßig stattfindenden Sportwerbeabenden präsentierte man  ein buntes Sportprogramm  mit Übungen am Barren, Stufenbarren und Boden. Zu sehen waren Tänze und Stabgymnastik, umrahmt von der Musik eines Spielmannszuges.

Und die TSG wuchs. Fünf Jahre nach der Vereinsgründung wies die Bestandserhebung bereits 110 Kinder und Jugendliche sowie 48 erwachsene Vereinsmitglieder auf.

 

Die jungen Sportler maßen ihr Können bei den jährlichen Gauturn- und Gaukinderturnfesten. So repräsentierte beispielsweise 1972 die stattliche Anzahl von 125 Kindern, gekleidet in den Vereinsfarben rot – weiß, beim Festumzug in Erlensee die TSG. Stolz führten sie den Vereinswimpel  mit. Bei diesen Veranstaltungen wurden Übungen der Mädchen am Boden, Barren, Schwebebalken und Sprung bewertet, bei den Buben waren dies Bodenübungen, Sprung sowie Übungen an Ringen und Reck.

 

Im Laufe der Zeit hielt auch die Leichtathletik Einzug in das Sportangebot. Trotz erschwerter Trainingsbedingungen, denn es fehlte für diesen Freiluftsport ein entsprechendes Übungsgelände, nahmen Kinder und Jugendliche  erfolgreich an Gauveranstaltungen und Bergfesten teil. Zur Verbesserung der Trainingsbedingungen für die Leichtathleten beschloss die Vereinsführung  daher bereits im September 1971 in Verbindung mit den örtlichen Fußballvereinen einen Antrag auf Errichtung eines Sportgeländes zu stellen.

 

Ebenfalls im Jahr 1971 entstand im Zuge der Gebietsreform aus den Ortschaften Ravolzhausen und Rüdigheim die Gemeinde Neuberg. 1973 änderte die TSG  ihren Namen in Turn- und Sportgemeinschaft Neuberg 1963 e.V. und wurde in das Vereinsregister eingetragen.

 

1973 war auch das Jahr, in dem eine Ehefrau fast zur Verzweiflung und die TSG an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gebracht wurde: Planung und Durchführung eines Volkslaufes und  Volkswanderns in der Neuberger Gemarkung im Juni, und zwei Wochen später sollten ein Bayrischer Abend, ein Kinderfest und Fackelumzug anlässlich „Zehn Jahre TSG“ stattfinden. Eine Mammut - Aufgabe, denn 1100 Läufer und Wanderer waren zu versorgen und auch den Besucher der Jubiläumsveranstaltung im Festzelt sollte ein interessantes Programm geboten werden. Kein einfaches Unterfangen für die Organisatoren und die vielen mehr oder weniger freiwilligen Helfer.

 

Und die TSG wuchs  weiter, zehn Jahre nach Vereinsgründung waren 318 Kinder und 116 Erwachsene im Mitgliederverzeichnis eingetragen.

 

Neben der sportlichen Angebotspalette, es gab inzwischen auch Mutter und Kind Turnen sowie regelmäßig stattfindendes Männerturnen, trugen gesellige Veranstaltungen zum Mitgliederzuwachs bei. Es wurden Ausflüge und Wanderungen organisiert sowie Familienabende mit Tanz und Tombola, letztere 1978 abgelöst vom „Tanz in den Mai“. Beliebt waren auch die Kinderturnfeste vor der Schulturnhalle und die Kinderweihnachtsfeiern.

In diesem Zusammenhang konnte folgende Frage geklärt werden:

Wie viele Bälle passen in einen Renault 4? Antwort: 200 Stück! Denn die wurden anlässlich einer solchen Feier für die Turnkinder gekauft und im vorgenannten Fahrzeug zum Veranstaltungsort transportiert.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis für vierzehn Turnmädchen war der Aufenthalt in einem Leistungszentrum in Inzell im Herbst 1974. Das Training auf dem bis dahin unbekannten Trainingsgerät „Trampolin“ blieb lang in Erinnerung. Und: Was ist wohl aus der Jacke einer Teilnehmerin geworden? Durfte die nach der Umarmung durch den damaligen Eiskunstlaufstar Erhard Keller jemals wieder gewaschen werden?

 

Die Jahresuhr der Vereinsfamilie drehte sich weiter.

1977 siegten die TSG Männer  beim Fußballturnier der Ortsvereine. Außerdem beteiligten sich unsere Turngruppen mit einem Showturnen an der Jahrhundertfeier der Gemeinde Neuberg.

 

Die TSG wuchs und wuchs. Zwanzig Jahre nach Vereinsgründung senkte sich erstmals die Waagschale zu Gunsten der Erwachsenen.  Hier standen nun den 331 erwachsenen Mitgliedern incl. 3 Senioren , 312 Kinder und Jugendliche gegenüber.

 

Im März 1983 erfolgte der lang ersehnte erste Spatenstich zum Bau der Zentralen Sportanlage. „Was lange währt (in diesem Fall waren es 12 Jahre), wird endlich gut!“ Im September 1983 war der Hartplatz, heute ein Rasenplatz, fertig gestellt. Unser Kinderturnfest konnte ein Jahr später zum ersten Mal auf dem neuen Gelände stattfinden. Für die Durchführung von leichtathletischen Disziplinen standen jetzt eine Laufbahn für Kurzstrecken, Sprunggrube, Kugelstoßring und ein Kleinspielfeld zur Verfügung.

 

Ab 1985 gab es viel nichtsportliche Arbeit: Ein Vereinsheim wurde errichtet, die TSG und die Neuberger Fußballvereine halfen beim Bau. Zahlreiche Arbeitseinsätzen der Männergruppe, unserer Donis, ist es zu verdanken, dass der uns zugewiesene Clubraum pünktlich zum 25- jährigen Vereinsjubiläum fertig gestellt war, das vom 25. bis 26. Juni 1988 ganz im Zeichen der Gaumehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten  auf der Zentralen Sportanlage stand.

 

Immer mit der Hand am Puls der Zeit, gab es ab den achtziger Jahren weitere Sportangebote wie Aerobic, Jazztanz, Twirling und Skigymnastik, auch die Jogger gingen gemeinsam auf Tour. Eine Mountain – Bike – Gruppe wurde gegründet, die Kampfsportart Dang Fu Do in das Übungsprogramm aufgenommen, ebenso die Step – Aerobic.                                          Der so genannte Gesundheitssport hielt Einzug: Yoga-, Rückenfit - Kurse und Kurse für Senioren sowie Selbstbehauptungskurse für Kinder standen und stehen bis in die Gegenwart sprichwörtlich „hoch im Kurs“.

 

Im Laufe der vergangenen Jahre hat sich das Gesicht unseres Vereines grundlegend gewandelt. Das Interesse am Training in den technischen Disziplinen wie Gerätturnen und Leichathletik nahm ab. Übungsleiter mit der entsprechenden Ausbildung standen meist nach kurzer Zeit aus beruflichen Gründen oder wegen Wohnsitzwechsel nicht mehr für ein Training zur Verfügung. Auch waren nur noch wenige Kinder und Jugendliche bereit, sich den Anforderungen von Wettkämpfen zu stellen. Dem wurde Rechnung getragen.

„Hauptsache Bewegung“ ist heute das Motto und mit Hilfe der TSG Fitness erzielen vom Kleinkind bis zu den jungen Alten.

 

Abseits ihres Übungsbetriebes beteiligte sich die TSG an vielen Veranstaltungen der Neuberger Ortsvereine, Kirche und Gemeinde. Vereinsvertreter trugen zur Programm-gestaltung bei, stellten Mannschaften für Showwettkämpfe oder nahmen an Festumzügen teil.

 

Auch journalistisch waren  etliche Personen tätig. In zahlreichen Zeitungsartikeln  berichteten sie von den vorgenannten Aktivitäten. In der seit 1994 einmal im Jahr erscheinende Vereinzeitung „Der Sportkurier“ sind die vielseitigen Aktivitäten nachzulesen. Seit 1999 können  sich Interessierte aus aller Welt über die TSG  unter www.tsg-neuberg.de informieren.

 

Nicht immer ohne Probleme ging es bei den Vorstandswahlen zu. So war in den Jahren 1977/1978 nach der Amtsperiode von Hans Briel sowie 1990/1991 nach sechsjähriger Amtsführung durch Gerd Kauffeld niemand bereit, für das Amt des 1. Vorsitzenden zu kandidieren. Meist scheiterte eine Kandidatur an dem zeitlichen Aufwand, der für dieses Ehrenamt aufzubringen  ist.

 

Nach einem Jahr ohne Vereinsvorsitzenden war 1992 schließlich  Dieter Schaffer neben seiner Arbeit im Beruf und der Tätigkeit als Übungsleiter im Männerturnen bereit, die Vereinsführung zu übernehmen. Bis 2006, das sind 15 lange Jahre, garantierte er und sein Team den Fortbestand der TSG.

 

Seit dem 28. März 2006 herrscht hier nun Frauenpower. Auf der Mitgliederversammlung stellte sich Antje Plage der Wahl für das Amt der ersten Vorsitzenden. Auch sie kennt als Übungsleiterin im Kinderturnen die Aufgaben im praktischen Übungsbetrieb und vertritt bis heute engagiert die Vereinsinteressen.

 

Die Menschen werden älter, viele suchen Erholung vom anstrengenden Alltag, andere brauchen Bewegung nach ihrer Arbeit am Computer. Fit zu bleiben für alle Lebenslagen ist ihr Ziel. Dem wird auch künftig Rechnung getragen durch Angebote im Gesundheitssport. Hierzu zählen Kurse zum Stressabbau, Kurse zur Stabilisierung der Muskulatur sowie Angebote für Jung und Alt zum Erhalt der Beweglichkeit.

 

Der Breitensport wird ebenfalls weiter betrieben in Form von Fit und Fun Stunden für Kleinkinder bis hin zu den älteren Semestern.

 

Spaß vermitteln durch Aktivitäten in der Vereinsgemeinschaft bleibt das Bestreben der Turn- und Sportgemeinschaft Neuberg 1963 e.V. auch in den folgenden Jahren.

 

 

 

 

 

Anmerkung zur Chronik „50 Jahre TSG Neuberg“, den Jahresdaten, Ereignissen, der Liste der Gründungs- und Vorstandsmitglieder sowie der Übungsleiter und der Jubiläumsausstellung:

 

Die derzeitige Vereinsführung möchte mit dieser Niederschrift allen Personen danken, die durch ihren Einsatz die Weiterentwicklung und das Fortbestehen des Vereins möglich gemacht haben.

 

Leider sind nicht sämtliche Aufzeichnungen der letzten fünfzig Jahre erhalten geblieben. Wir bitten um Nachsicht, wenn ein markantes Ereignis oder der Name eines verdienten Mitgliedes nicht erwähnt wurde.

 

Herzlichen Dank für die Lieferung von Fakten aus den Anfangsjahren an Rosita Koschalka, Erna Kanigowski, Irmgard Barthel, Christa Gloede, Uta Goebler, Renate Gimbel, Gernot Christl und Hannelore Jakob.

 

Dank auch an Jene, die mit Fotos, Zeitungsausschnitten, Medaillen und diversen Erinnerungsstücken die Jubiläumsausstellung bereichert haben.